Die Deutsche Vakuum-Gesellschaft DVG
verleiht den
VACOM Nachhaltigkeitspreis 2026
an
Caroline Adam
für Ihre in hervorragender Weise die Zielsetzung des Preisgedankens erfüllende Masterarbeit mit dem Titel
„Diagnostik an HiPIMS- und DC-Magnetronsputterplasmen“
Der VACOM-Nachhaltigkeitspreis wurde 2022 von der VACOM Vakuum Komponenten & Messtechnik GmbH Großlöblichau gestiftet. Dieser wird ab 2023 jährlich vergeben. Gewürdigt werden damit Qualifikationsaufgaben, die sich unter der Thematik Vakuum explizit um den Kreislaufgedanken und dessen Lösungen, Prozesse und Produkte verdient gemacht haben.
VACOM Nachhaltigkeitspreis 2026 in Gold, Silber und Bronze vergeben
Gewinner des VACOM-Nachhaltigkeitspreises 2026 ausgezeichnet
Innovative Plasma- und Dünnschichtforschung für nachhaltige Technologien
Die Deutsche Vakuum-Gesellschaft DVG e.V. freut sich, die Gewinner des VACOM-Nachhaltigkeitspreises 2026 bekanntzugeben. Der von der VACOM Vakuum Komponenten & Messtechnik GmbH gestiftete Preis würdigt herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten, die vakuumgestützte Technologien zur Entwicklung nachhaltiger technischer Lösungen einsetzen und weiterentwickeln.
Auch in diesem Jahr stieß die Ausschreibung auf großes Interesse. Insgesamt wurden sechs qualitativ sehr hochwertige Bewerbungen eingereicht, die ein breites Spektrum aktueller Forschungsthemen aus den Bereichen Plasma- und Vakuumphysik, Dünnschichttechnologie sowie nachhaltiger Material- und Energietechnik abdeckten. Nach intensiver Begutachtung durch das Preiskomitee wurden drei Arbeiten ausgezeichnet, die sich durch besondere wissenschaftliche Qualität, Innovationskraft und technologische Relevanz hervorgetan haben.
Besonders erfreulich ist dabei, dass 2026 erstmals eine Masterarbeit den Hauptpreis gewinnt. Dies unterstreicht eindrucksvoll das hohe wissenschaftliche Niveau aktueller Masterarbeiten.
🥇 1. Preis – Caroline Adam
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
„Diagnostik an HiPIMS- und DC-Magnetronsputterplasmen“
Masterarbeit 2025
Mit ihrer Masterarbeit überzeugte Caroline Adam durch die experimentelle Untersuchung moderner HiPIMS- und DC-Magnetronsputterplasmen unter Einsatz komplexer plasmaphysikalischer Diagnostikmethoden. Im Mittelpunkt der Arbeit stand die Analyse energieeffizienter vakuumbasierter Beschichtungsverfahren, die in zahlreichen industriellen Anwendungen von zentraler Bedeutung sind.
Die Untersuchungen zeigten, dass durch die Kombination von HiPIMS-Prozessen mit Hochfrequenzüberlagerung deutlich höhere Ionenenergien erreicht werden können. Dadurch lassen sich dichtere und qualitativ hochwertigere Beschichtungen bereits bei deutlich reduzierten Substrattemperaturen herstellen. Dies eröffnet neue Möglichkeiten zur Senkung des Energieverbrauchs in plasma-basierten Beschichtungsprozessen und trägt unmittelbar zur Entwicklung nachhaltigerer Fertigungsverfahren bei.
Die Arbeit entstand an der Arbeitsgruppe Plasmatechnologie von Prof. Dr. Holger Kersten und wurde mit der Bestnote 1,0 bewertet. Teile der Ergebnisse wurden bereits wissenschaftlich publiziert und zeigen die hohe Relevanz der Forschung sowohl für die akademische Gemeinschaft als auch für industrielle Anwendungen des Magnetronsputterns.
🥈 2. Preis – Balint Hajas
TU Wien
„Functional Nitride and Carbide Coatings for Demanding Environments“
Dissertation 2025
Die Dissertation von Balint Hajas beschäftigt sich mit funktionalen Nitrid- und Karbidbeschichtungen zur Verbesserung von Wasserstoffbarrieren in zukünftigen Energiesystemen. Im Kontext der Energiewende gewinnt Wasserstoff als klimafreundlicher Energieträger zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig stellt die sichere Speicherung und der verlustarme Transport von Wasserstoff eine große technologische Herausforderung dar.
Im Rahmen seiner Arbeiten entwickelte Balint Hajas neuartige Mehrlagen- und Dünnschichtsysteme auf Basis von PVD-Beschichtungen, die gezielt hinsichtlich ihrer Wasserstoff-Permeationsbeständigkeit optimiert wurden. Durch die gezielte Kontrolle von Grenzflächen und Mikrostrukturen konnten Diffusionswege reduziert und die Barriereeigenschaften deutlich verbessert werden.
Die Forschung liefert damit wichtige Beiträge für die Entwicklung langlebiger, ressourcenschonender und energieeffizienter Wasserstofftechnologien und besitzt hohe Relevanz für zukünftige nachhaltige Energiesysteme.
🥉 3. Preis – Jessica Schleitzer
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
„Plasma Structure and Dynamics in Dual-Frequency Discharges: A Multi-Diagnostic Approach from Bulk to Sheath“
Dissertation 2025
Jessica Schleitzer untersuchte in ihrer Dissertation die Struktur und Dynamik dualfrequenter Niederdruckplasmen mit einem innovativen Multi-Diagnostik-Ansatz. Im Zentrum der Arbeiten stand der sogenannte „Electrical Asymmetry Effect“, mit dem sich Plasmaeigenschaften gezielt über die Phasenlage zweier Hochfrequenzsignale steuern lassen.
Besonders hervorzuheben ist der Einsatz optisch gefangener Mikropartikel zur direkten Untersuchung schwacher Kräfte in den Randbereichen von Plasmen. Damit gelang erstmals eine detaillierte experimentelle Analyse lokaler Prozesse in Vorschicht und Randschicht von Plasmaentladungen.
Die gewonnenen Erkenntnisse verbessern das physikalische Verständnis plasma-basierter Prozesse erheblich und schaffen wichtige Grundlagen für die Weiterentwicklung energieeffizienter und materialschonender Plasma- und Beschichtungstechnologien.
Preisverleihung beim DVG-Mitglieder-Kontakttag 2026
Die feierliche Preisverleihung findet im Rahmen des DVG-Mitglieder-Kontakttages 2026 bei der Bosch Manufacturing Solutions GmbH in Stuttgart-Feuerbach am 23. Juni 2026 um 17:00 Uhr statt.
Alle drei Preisträgerinnen und Preisträger erhalten dort die Gelegenheit, ihre Arbeiten und Forschungsergebnisse in einem Fachvortrag einem Publikum aus Wissenschaft und Industrie vorzustellen. Damit bietet der VACOM-Nachhaltigkeitspreis nicht nur eine Auszeichnung exzellenter Forschung, sondern zugleich eine wichtige Plattform für wissenschaftlichen Austausch und Vernetzung innerhalb der Vakuum-Community.
Die DVG gratuliert allen ausgezeichneten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern herzlich zu ihren hervorragenden Arbeiten und bedankt sich bei allen Bewerberinnen und Bewerbern für die eingereichten Beiträge.